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Pressetext:
Der Film Elias Canetti – Die Wiener Jahre versucht auf sehr emotionale Weise dem Phänomen Canetti gerecht zu werden.
Es gibt zumindest zwei Seiten in der Persönlichkeit Canettis. Zum einen, die, seines irrationalen, magischen Denkens, dass mit seiner Herkunft aus Russe (Bulgarien) zu tun hat. Er war Spaniole, so nannten sich jene Juden die während der Inquisition von Spanien vertrieben wurden und sich im Osten Europas neu ansiedelten. Dort war er als Kind den Märchen und Mythen des Orients ausgesetzt, ein Einfluss, der ihn nie losließ.
Auf der anderen Seite war er der brillante hochintellektuelle Schriftsteller, Humanist und Moralist, der in seinen Arbeiten nicht nur den Untiefen des Menschlichen Seins auf die Spur kommen wollte, sondern alles daran setzte den „Menschen zu helfen“, und damit die Welt zu verändern.
Beide Seiten waren untrennbar in Canetti eins geworden.
Dieser komplexen Art der Weltsicht zu begegnen, sie kennenzulernen um sie zu verstehen und damit dem Menschen Elias Canetti so nahe wie möglich zu kommen ist Inhalt und Absicht von Elias Canetti – Die Wiener Jahre.
Elias Canetti selbst ist der Erzähler. Aus einer Vielzahl von Interviewausschnitten und seinen Erinnerungen aus der Autobiografie entsteht seine eigene Geschichte.
Ausgehend von den Wiener Jahren, in denen er seinen einzigen Roman »Die Blendung« und seine wichtigsten Theaterstücke schrieb, seine Frau Veza Calderon-Teubler heiratete, Teil des künstlerischen Kreises um Broch, Musil und Kraus, aber auch der Komponisten Berg und Webern war, wo Anna Mahler, die Tochter von Alma ein wichtige Rolle spielte, folgt der Film jenen biografischen Spuren und Schicksalsschlägen seiner Kindheit und Jugend, die seine Persönlichkeit zutiefst prägten.
Russe, Manchester und Paris sind die wichtigsten Stationen. Francoise Canetti, seine Nichte, sein Cousin Georges Arditi, 90 jähriger Maler in Paris und Michael Arditti in Manchester, ebenfalls ein Verwandter mütterlicherseits, erzählen erstmals aus ganz privater Sicht über "Elias – das Genie".
Sein Biograf Sven Hanuschek spricht über neue, bisher unbekannte Details im Leben Canettis, die sich aus dem freigegebenen Nachlass ergeben und die Leiterin der Internationalen Elias Canetti Gesellschaft, Penka Angelova über die Bedeutung Canettis und seines Europäischen und damit politischen Denkens für den ehemaligen Osten.
Um die Wucht und Zeitlosigkeit seines Werkes erlebbar zu machen, ziehen sich, wie ein roter Faden, Ausschnitte aus seinem Buch Masse & Macht durch den Film. Elias Canetti selbst liest vor. Bilder, von der Entstehungszeit des Buches bis Heute machen auf drastische Weise deutlich, wie unverändert gültig seine Analyse ist und welchen Aufschrei gegen Inhumanität sie eigentlich darstellt. |
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